Tai Chi ist eine Kampfkunst, welche dem Prinzip der Weichheit und inneren Verbundenheit folgt. Dementsprechend wird die Energie des Angreifers genutzt, um sie umzuleiten und gegen ihn zu richten, anstatt mit harter Muskelkraft dagegen zu gehen. Durch diese weiche Art der Ausführung und der daraus resultierenden energetischen Wirkung, wird Tai Chi heutzutage eher als Entspannungs-, und Gesundheitssystem genutzt. Durch Entspannung der Muskulatur und einer optimalen Körperhaltung, kann das Blut ungehindert durch den gesamten Körper fließen, und bringt dadurch den Energiekreislauf in Schwung. Gleichermaßen wirken die langsamen, fließenden Bewegungen der Tai Chi Form entspannend auf den Geist, der nun zur Ruhe kommt, wodurch der Übende mehr zu sich selber findet. Täglich einige Minuten Übung bringen Energie ohne Anspannung, Stärke ohne Verhärtung, sowie Ausdauer, Gelassenheit und Ruhe.
Der Legende nach entstand Tai Chi wie folgt: der taoistische Mönch Chan San Feng, der die harte Schule des Kung Fu durchlaufen hatte, beobachtete eines Tages den Kampf einer Schlange mit einem Kranich. Geschickt wich die Schlange jedem Angriff mit kreisförmigen, eleganten Bewegungen aus und attackierte gleichzeitig den Vogel, bis sich dieser erschöpft zurückzog. Tief beeindruckt von diesem Kampf und dem Sieg der Schlange, fing Chan San Feng an, die weiche, geschmeidige Art der Bewegung in seine täglichen Übungen zu integrieren. Daraus entstand das Tai Chi mit dem ihm zugrunde liegendem Prinzip von Yin und Yang.
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